Genug beweihräuchert, lenkt mal die Besucher! Chaos im Taubergießen

Neulich waren wir auf dem Weg zum „Blauen Loch“ in unserem Naturschutzgebiet Taubergießen und es war heiß, sehr heiß. Da kommt uns eine Besuchergruppe aus der Schweiz entgegen, an die sechs Erwachsene und sechs Kinder. Sichtlich genervt fragte mich der „Führer“ der Gruppe nach dem Weg, er habe die Karte verloren. Die Gruppe wollte zurück an die Saukopfbrücke in Kappel. Ich zeigte ihnen die Richtung und sagte Ihnen, dass dort auch eine große Informationstafel stehen würde.

„A Schissdreck steht do drüf“, parlierte der Schweizer in feinstem Dialekt und empfahl mir die Infotafel, die ich nur flüchtig wahrgenommen hatte, mal genau in Augenschein zu nehmen.

Bei der Rückkehr schaute ich mir die Tafel an und ich staunte echte Bauklötzchen: Die Tafel war nur eine Selbstbeweihräucherung für die „gelungene Revitalisierung“ des Naturschutzgebiets mit netten Bildchen von den einzelnen Baustellen und Maßnahmen. Weihrauch gab es auf der Tafel für das Land, das Regierungspräsidium die angrenzenden Gemeinden und die Verbände.

Ich musste mir die Frage stellen, was eine solche Tafel nutzt, wenn nicht mal der Weg zum „Blauen Loch“ ausgeschildert ist und die Besuchergruppen völlig unmotiviert über die Orchideenwiesen stapfen. Welcher Besucher aus der Schweiz, Frankreich oder von der Nordsee interessiert sich für eine veränderte Stellfalle?

Hier ist der Naturschutz gefordert: Die Infotafeln im Naturschutzgebiet Taubergießen sollten besucherfreundlich sein und nicht über Dinge informieren, die wirklich nur Fachleute interessiert.

Übrigens: Die Karte des Schweizers haben wir später gefunden, als wir am „Blauen Loch“ unter dem Holzschild „Blaues Loch“ standen.

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